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Land und Freiheit

Land und Freiheit
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ISBN: 9783853713587
GTIN/EAN: 9783853713587
Verlage: Promedia Verlag
Mehr Titel von: Promedia Verlag
15,90 EUR
inkl. 5 % MwSt. zzgl. Versandkosten


Land und Freiheit
Zum Diskurs über das Eigentum an Grund und Boden in der Moderne
Herausgegeben von Gerhard Senft

Wien: Promedia Verlag, 2013 (= Kritische Geographie; Bd. 18). Broschur, 208 Seiten, ISBN 978-3853713587.

Beschreibung:

Die Frage der Verfügbarkeit über Grund und Boden ist eine der Kernfragen gesellschaftlicher Entwicklung. Jahrtausendelang wurde Land als kollektiv zu nutzendes Gut begriffen, so wie es für Luft und - bedingt - für Wasser bis heute in weiten Teilen der Welt der Fall ist.

In "Land und Freiheit" versammelt der Herausgeber die wichtigsten Debatten zu den Nutzungsrechten von Grund und Boden, wie sie vor allem seit dem Ende des 15. Jahrhunderts geführt wurden und bis heute werden. Wie aktuell das Thema ist, zeigt ein Blick nach Afrika, wo mittels "Land Grabbing" in gewisser Weise jene Enteignungen von kollektiven Rechten wiederholt werden, die an der Wende zum 16. Jahrhundert Grund und Boden in Westeuropa privatisierten.

Den Anfang machte England, wo sich bereits im 15. Jahrhundert erste Ansätze zur Auflösung der Allmende (englisch: Commons) zeigten. In der Folge setzte sich der Trend der privaten Aneignung des ursprünglich gemeinwirtschaftlich genutzten Landes rasant fort. 200 Jahre später basierte der "amerikanische Traum" auf der Kommodifizierung von Grund und Boden. Die Phase der Entfeudalisierung in Europa verbreiterte dann das Eigentumsrecht auf gesellschaftliche Milieus, die bis dahin grundherrschaftlich abhängig waren. Harte Ablösebedingungen zur Mitte der 19. Jahrhunderts und eine rasche Kapitalisierung der Landwirtschaft im 20. Jahrhundert führten in der Folge zu Konzentrationsprozessen beim Eigentum an Grund und Boden.

Die Ernährungskrise der Jahre 2007/08 hat die Bodenfrage erneut ins Zentrum der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit gerückt. Die explodierenden Preise bei Grundnahrungsmitteln lösten in Ländern wie Tunesien, Ägypten, Haiti und anderswo blutige Unruhen aus. Mit der zunehmenden Unterwerfung der "freien Natur" unter kapitalistische Organisationsformen wird der Zugang zu den natürlichen Ressourcen immer weiter versperrt.

Gerhard Senft
Das Bodeneigentum - Problemgeschichte und Theorieentwicklung [9]

I. Die Anfänge der modernen Bodenreform in Großbritannien und in den USA Einführung [37]

  • Thomas Spence: Das Gemeineigentum am Boden [40]
  • William Ogilvie: Das Recht auf Grundeigentum [44]
  • Thomas Paine: Agrarische Gerechtigkeit [51]

II. Die französischen Physiokraten

  • Einführung [55]
  • Anne Robert Jacques Turgot: Betrachtungen über die Bildung und die Verteilung des Reichtums [57]
  • François Quesnay: Allgemeine Grundsätze der wirtschaftlichen Regierung eines Ackerbau treibenden Reiches [60]

III. Die klassische Schule der Nationalökonomie

  • Einführung [63]
  • Adam Smith: Die Grundrente [65]
  • David Ricardo: Grundrente und Grundsteuer [68]
  • John Stuart Mill: Allgemeine Grundsätze der Besteuerung [71]

IV. Sozialismus an Grund und Boden

  • Einführung [75]
  • Pierre-Joseph Proudhon: Das Eigentum ist unmöglich, weil es von nichts etwas verlangt [77]
  • Friedrich Engels: Zur Wohnungsfrage [81]
  • Karl Marx: Über die Nationalisierung des Grund und Bodens [84]
  • Silvio Gesell: Die Abschaffung der Privatgrundrente durch die Bodenreform [87]

V. Liberale Orientierungsversuche in der Grundeigentumsfrage

  • Einführung [89]
  • Julius Faucher: Englische Tagesfragen [91]
  • Hermann Heinrich Gossen: Entwicklung der Gesetze des menschlichen Verkehrs [92]
  • Léon Walras: Der Boden ist aufgrund des natürlichen Rechts Eigentum des Staates [98]

VI. Neophysiokraten und Bodenreformer an der Schwelle zum 20. Jahrhundert

  • Einführung [101]
  • Alfred Rüssel Wallace: Die Nationalisierung von Grund und Boden [104]
  • Henry George: Wie gleiche Rechte auf den Boden beansprucht und gesichert werden können [107]
  • Michael Flürscheim: Der Grund und Boden [111]

VII. Siedlerbewegung und Bodenreform

  • Einführung [113]
  • Leo Tolstoi: Die Sklaverei unserer Zeit [116]
  • Gustav Landauer: Die Siedlung [120]
  • Theodor Hertzka: Musterstatut für eine Wirtschaftsassoziation [125]
  • Otto Neurath: Österreichs Baugilde und ihre Entstehung [127]

VIII. Die Schumpeter-Oppenheimer-Kontroverse

  • Einführung [131]
  • Franz Oppenheimer: Das Bodenmonopol. Zu Joseph Schumpeters "Das Grundprinzip der Verteilungslehre" [137]
  • Joseph Schumpeter: Das Bodenmonopol. Eine Entgegnung auf Dr. Oppenheimers Artikel [145]
  • Franz Oppenheimer: Fortsetzung der Diskussion mit Prof. Schumpeter [153]

IX. Der Kampf um Grund und Boden heute

  • Einführung [163]
  • Konrad Berghuber: Allmenden als Eigentumsform zwischen Markt und Staat. Grundzüge der Theorie Elinor Ostroms [174]
  • Amélie Lanier: Das Bodeneigentum als Grundlage allen Privateigentums [179]
  • Johannes Jäger: Die aktuelle politökonomische Bodenrentendiskussion für den städtischen Kontext [187]
  • Dirk Lohr: Vom Aschenputtel zur attraktiven Braut: Das kommunale Erbbaurecht [190]

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