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Friedrich, Ernst

Ernst Friedrich (geb. 25. Februar 1894 in Breslau; gest. 2. Mai 1967 in Le Perreux-sur-Marne, Frankreich) war anarchistischer Pazifist und Begründer des Antikriegs-Museums in Berlin.

In den 1920er und 30er Jahren zeigt sich sein Pazifismus und Antimilitarismus nicht nur publizistisch und museal. Es kommt verschiedentlich zu Verhaftungen und Anklagen wegen Hochverrat aufgrund seiner Vorträge, Aktionen und Propagandatätigkeiten, sowie 1933 zur so genannten „Schutzhaft“ durch die Nazis, bei der er auch Folterungen ausgesetzt war. Über diesen „Schutzhaftaufenthalt“, aus der er Ende 1933 „entlassen“ wird, berichtet Friedrich ausführlich in seinem 1935 im Schweizer Exil entstandenen Buch „Vom Friedensmuseum zur Hitlerkaserne“.

Einer drohenden erneuten Verhaftung entzieht er sich durch Flucht nach Prag. Von hier aus geht er, zusammen mit seiner Frau und seinen zwei Kindern, in die Schweiz, wo er allerdings wegen anti-nationalsozialistischer Propaganda wieder ausgewiesen wird. Er geht nach Belgien und plant dort die Wiedereröffnung des Anti-Kriegsmuseums. Nach dem Einmarsch der Deutschen wird er 1940 mit seinem Sohn nach Frankreich evakuiert, kommt in ein Internierungslager, flüchtet, wird 1942 in Abwesenheit von den Deutschen zum Tode verurteilt und schließt sich 1943 dem bewaffneten Französischen Widerstand, der Resistance, an. Diese antimilitaristische und antifaschistische Biographie Friedrichs, die bei ihm auch durch den Widerspruch zwischen seiner pazifistischen Überzeugung einerseits und dem bewaffnetem Kampf in der Resistance andererseits geprägt ist, wird ergänzt durch sein Engagement für eine anarchistische Jugendbewegung.

Werke

  • "Proletarischer Kindergarten. Ein Märchen- und Lesebuch für Kinder". Berlin 1921.
  • Krieg dem Kriege!, Band 1 (Erstauflage 1924, diverse Auflagen, zuletzt DVA, München 2004.)
  • Krieg dem Kriege, Band 2, Berlin 1926.
  • Vom Friedensmuseum ... zur Hitlerkaserne. Ein Tatsachenbericht über das Wirken von Ernst Friedrich und Adolf Hitler, St. Gallen 1935.

Herausgeber der Zeitschriften:

  • "Freie Jugend" (1919-1926) (Auflage bis zu 40.000 Stück).
  • "Schwarze Fahne" (1925-1929)