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aLibro - Fachbuchhandlung für Anarchie & Anarchismus
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Max Stirner - An den Quellen des Existenzialismus

Max Stirner - An den Quellen des Existenzialismus
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ISBN: 9783941365179
GTIN/EAN: 9783941365179
36,00 EUR
inkl. 7 % MwSt. zzgl. Versandkosten


Max Stirner - An den Quellen des Existenzialismus
Von Henri Arvon. Herausgegeben von Armin Geus. Aus dem Französischen von Gerhard H. Müller und einem Nachwort von Bernd Kast.

Marburg: Basilisken-Presse, 2012. Klappbroschur, 240 Seiten. ISBN 978-3941365179.

Beschreibung:

Stirners Egoismus bedeutet nichts anderes als das, was er ausführlich und facettenreich mit dem Begriff „Eigenheit“ beschrieben hat: die Grundbefindlichkeit des Eigners, desjenigen also, der von sich sagen kann: „Ich bin Mir alles und ich tue alles Meinethalben.“

Stirner spricht von Egoismus oder Eigenheit. Vorbild kann die christliche Religion sein. Sie hat sich einst von den heidnischen griechischen Göttern befreit, sie verdammte die heidnische Moral. Und was war der Grund der Christen für diese Abwendung von der heidnischen Religion? Sie täten es, meint Stirner, aus egoistischen Gründen, „um ihres Seelenheils willen“.

Erst dann, wenn Freiheit meine Freiheit, das heißt: egoistische Freiheit, Eigenheit, geworden ist, erst dann wird aus einem schönen, aber wirkunslosen Ideal ein für den Einzelnen entidealisiertes, aber wirkungsvolles, ins Leben eingreifendes, das Leben beeinflussendes Verhalten.

Vorwort von Armin Geus [7]

Henri Arvon:
Max Stirner - An den Quellen des Existenzialismus
[13]

  • Einführung [15]
  • Kapitel I – Das Leben Stirners [22]
  • Kapitel II – Die ersten Schriften [34]
  • Kapitel III – Die beiden Seiten des »Einzigen und sein Eigenthum« [57]
  • Kapitel IV – Die Stirnersche Triade [70]
  • Kapitel V – Der Geist [84]
  • Kapitel VI – Der Liberalismus [96]
  • Kapitel VII – Der Egoismus [116]
  • Kapitel VIII – Meine Macht [123]
  • Kapitel IX – Mein Verkehr [134]
  • Kapitel X – Mein Selbstgenuss [143]
  • Kapitel XI – Kritiken und Antikritiken [151]
  • Kapitel XII – Sankt Max [172]
  • Schlussfolgerung – Das existenzielle Denken [200]

Nachwort von Bernd Kast [204]

Anhang:

  • Literatur [220]
  • Namensregister [229]

Späte Gerechtigkeit für Sankt Max
Stirners „Einziges" wird als erster Existentialist entdeckt

"(...) 1951 erschien in Sartres Zeitschrift 'Les Temps Modernes' der Aufsatz 'Une polémique inconnue: Marx et Stirner' von Henri Arvon. Der Artikel fand Eingang in Arvons Buch 'Aux Sources de l'existentialisme' von 1954. Abgesehen von einer knappen Information von Iring Fetscher wurden Arvons Thesen über Stirner und Marx in Deutschland lange Zeit von nur wenigen gelesen und blieben ohne Wirkung. Dagegen machte sich hierzulande Hans G. Helms 1966 daran, Stirner zum Ahnherrn des Faschismus zu promovieren. Anders in Frankreich. Hier hat die durch Arvon inspirierte Stirner-Leküre bei Deleuze, Foucault und Derrida deutliche Spuren hinterlassen. Arvon hat wesentlich zum antitotalitären Profil dieser Intellektuellen beigetragen.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert ist nun Arvons Stirnerbuch in einer von Gerhard Müller besorgten deutschen Übersetzung erschienen (Henri Arvon, 'An den Quellen des Existentialismus' hrsg. von Armin Geus. Mit einem Nachwort von Bernd Kast, Basilisken-Presse, Rangsdorf). (...)

Die deutsche Ausgabe kommt zur rechten Zeit, denn mit Arvon findet man bei Stirner einen Typ von Systemkritik, der gegen alle Wissenschaft von der Emanzipation der Menschheit auf die Faktizität des konkreten Individuums setzt. Wenn er von Egoismus redet, so meint er keinen zahmen, haushälterischen Egoismus, sondern eine Selbstbezogenheit, bei der die eigenwillige Besonderheit, die Unersetzbarkeit der eignen Lebenssubstanz auf die Spitze getrieben wird: "Ich bin mehr als Mensch, nämlich ein absonderlicher Mensch." Nicht die Würde des Menschen soll unantastbar sein, sondern meine qualitative Existenz, "die Eigenheit und Selbstangehörigkeit Meiner".

Mit solchen Individuen werden ´i¸ek, Badiou und die anderen neuen Strategen der Formierung revoltierender Massen vermutlich nicht viel anfangen können. Für die vorgeschriebene Dialektik sind sie unbrauchbar. Arvon zeigt, dass es um eine "neue Wahrnehmung des Individuums" geht. Stirner sei das "letzte Glied der Hegelianischen Kette; aber er ist zugleich das erste Glied einer anderen Kette, die, nachdem sie fast während eines Jahrhunderts unsichtbar geblieben war, nun gerade wieder im Tageslicht auftauchte."

Wolfgang Eßbach, FAZ vom 29.02.2012