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Geschichte der Anarchie (Werkausgabe), Band 1

Geschichte der Anarchie (Werkausgabe), Band 1
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ISBN: 978-3-922226-29-1
GTIN/EAN: 9783922226291
Verlage: Libertad
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38,00 EUR
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GESCHICHTE DER ANARCHIE (Werkausgabe), BAND I
Der Vorfrühling der Anarchie
Ihre historische Entwicklung von den Anfängen bis zum Jahre 1864

Von Max Nettlau. Herausgegeben und mit einer Einleitung von Jochen Schmück.

Potsdam: Libertad Verlag, 2019 (= Archiv für Sozial- und Kulturgeschichte; 9). Hardcover (Fadenheftung), 336 Seiten. ISBN 978-3922226291.
Überarb., korrigierter u. erweiterter Neudruck nach der Originalausgabe: Berlin: Verlag „Der Syndikalist“. Fritz Kater, 1925. Mit einer Editorischen Notiz zur multimedialen Werkausgabe, einem einleitenden Text Max Nettlau und die Geschichte der Anarchie des Herausgabers sowie einem neu erstellten Register der Personen und Periodika. Siehe auch den digitalen Prospekt zum Buch

Beschreibung:

Max Nettlau (1865-1944) gilt nach wie vor als nicht nur der produktivste, sondern auch als der bedeutendste Historiker des Anarchismus. Mit seinem auf sieben Bände angelegten Werk Geschichte der Anarchie, von dem zu seinen Lebzeiten nur die ersten drei Bände erschienen sind, hat Nettlau das Fundament für eine umfassende und international ausgerichtete Geschichtsschreibung des Anarchismus geschaffen, von dem in der Folgezeit Generationen von Anarchismusforscher*innen profitiert haben. Sein Werk ist die detaillierteste und umfangreichste historische Darstellung radikal-freiheitlicher Ideen und Bestrebungen, die sich dem Anarchismus zuordnen lassen. Dies gilt insbesondere für die Früh- und Entstehungs­geschichte sowie für die Geschichte des internationalen organisierten Anarchismus bis in die 1930er Jahre.

75 Jahre nach dem Tod ihres Autors muss die Geschichte der Anarchie immer noch als das Standardwerk zum Thema betrachtet werden. Nettlau selbst hat sein Werk eher bescheiden als einen historiografischen Rohbau verstanden, von dem er hoffte, dass es später durch Spezialstudien, aber auch durch ergänzende Hinweise seiner Leserinnen und Leser vervollständigt und vertieft werden könnte. Diese zu seinen Lebzeiten unerfüllt gebliebene Hoffnung wollen wir mit unserem Projekt zur Neuherausgabe der Geschichte der Anarchie aufgreifen, um mit Hilfe der modernen Informationstechnik eine multimedial angelegte Werkausgabe zu realisieren, die eine aktive Partizipation der Leser*innen an der Fortentwicklung des von Nettlau geschaffenen Werkes ermöglicht.

Bereits erschienen:

Weitere Infos zu dem Editionsprojekt und einen Einblick in das Buch gibt in unser Digitaler Prospekt zur Werkausgabe der "Geschichte der Anarchie".

Editorische Notiz des Herausgebers [7]

  • Die Zielsetzung des Editionsprojektes  [8]
  • Die Editionsgeschichte [9]
  • Die Editionsrichtlinien  [12]
  • Die Edition der gedruckten Buchausgabe [16]
  • Die Edition der digitalen Onlineausgabe [16]
  • Danksagung [17]

Max Nettlau und die Geschichte der Anarchie
Einleitung des Herausgebers
[19]

Prolog [19]

1. Leben [20]

  • Kindheit und Jugend [20]
  • Studium und Politisierung [22]
  • Vom Sammler zum Historiker  [24]
  • Der Privatmensch Max Nettlau [26]
  • Nettlaus internationales Netzwerk [29]
  • Augenzeuge des „kurzen Sommers der Anarchie“ [30]
  • Letzte Lebensjahre [34]
2. Werk [38]
  • Nettlaus Geschichtsschreibung des Anarchismus [38]
  • Die „Bibliographie de l‘Anarchie“ [40]
  • Die „Geschichte der Anarchie“ [43]
  • Geschichtsverständnis und Methoden der Geschichtsschreibung [48]
3. Ideen [52]
  • Nettlaus politisches Engagement als Anarchist [52]
  • Einstellung zum Marxismus  [55]
  • Einstellung zum revolutionären Syndikalismus [57]
  • Revolutionsverständnis [59]
  • Einstellung zur nationalen Frage [61]
  • Der „Anarchismus ohne Adjektive“ [64]
Epilog [67]

Der Vorfrühling der Anarchie
Ihre historische Entwicklung – Von den Anfängen bis zum Jahre 1864
Von Max Nettlau
[71]
  • I. Zur Urgeschichte von Freiheit und Autorität [73]
  • II. Zeno, die Stoiker und das Naturrecht [78]
  • III. Von Karpokrates zu den Brüdern des freien Geistes [87]
  • IV. Rabelais und die Utopisten [93]
  • V. Von La Boétie zu Diderot [102]
  • VI. Sylvain Maréchal [111]
  • VII. Von Winstanley bis zu Burkes Vindication [118]
  • VIII. Das spätere 18. Jahrhundert und die Französische Revolution [126]
  • IX. William Godwin [135]
  • X. Die freiheitlichen Seiten des Fourierismus [142]
  • XI. Freiheitliches bei Robert Owen und im älteren englischen Sozialismus [154]
  • XII. William Thompson [161]
  • XIII. Josiah Warren und der amerikanische individualistische Anarchismus bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts [171]
  • XIV. Der amerikanische individualistische Anarchismus nach 1850 [185]
  • XV. Der ältere individualistische Anarchismus in Europa [194]
  • XVI. Die kommunistisch-anarchistische Gruppe der Humanitaire, 1841 [202]
  • XVII. P. J. Proudhon [212]
  • XVIII. Der französische Proudhonismus [220]
  • XIX. Proudhonismus und andere anarchistische Anfänge in Deutschland [223]
  • XX. Max Stirner und sein Kreis [238]
  • XXI. Der Proudhonismus im übrigen Europa [249]
  • XXII. Anselme Bellegarrigue, 1848–1851 [253]
  • XXIII. Einige antiautoritäre Strömungen um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts [268]
  • XXIV. Joseph Déjacque und Ernest Cœurderoy [274]
  • XXV. Der Anarchismus von 1848 bis zu Bakunin und zur Internationale, 1864; Carlo Pisacane [289]
  • Schluß [302]

ANHANG [305]
  • Errata-Verzeichnis [305]
  • Register der Personen und Periodika [309]
  • Editionsplan der Werkausgabe der „Geschichte der Anarchie“ [333]

Max Nettlau - der Heredot des Anarchismus

"Nettlau wird oft als der Herodot des Anarchismus bezeichnet, aber er war eher dessen Thukydides. Sein Lebenswerk beruht auf der umfassenden Sammlung und dem gründlichen Studium von Druck- und Manuskriptmaterial, aber auch auf persönlichen Bekanntschaften und ausführlichen Interviews mit fast allen Repräsentanten der Bewegung."

Nicolas Walter, Autor von "Betrifft: Anarchismus"


„Alles was Uniformität heißt, ist unseren Forderungen fremd!“
Max Nettlau und die Weite des Denkens

Von Markus Henning (espero - libertäre zeitschrift, Nr. 1, Juli 2020)

In sozial deprimierten Milieus steht die Freiheit nicht an erster Stelle. Drängende Not kann zum Umsturz führen, kann zerstören und dadurch Räume öffnen. Aber ein emanzipatorischer Neuaufbau braucht mehr. Er braucht Selbstbewusstsein, individuelle Tatkraft und kooperativen Geist, er braucht eine Atmosphäre von Liberalität und gutem Willen, er braucht bereits funktionierende Ansätze von Selbstverwaltung und gegenseitiger Hilfe. Fehlt eine gelebte Kultur der Anarchie, bleibt das Aufbegehren ohne konstruktive Kraft. Neue Autoritäten ernten die Früchte. Herrschaft setzt sich wieder fest.

Das ist die Empirie neuzeitlicher Revolutionsversuche. Max Nettlau (1865-1944), der Historiker freiheitlich sozialer Strömungen, nahm diese Empirie ernst. Genau deswegen hat er uns auch heute noch viel zu sagen.

Eine Werkausgabe von Nettlaus „Geschichte der Anarchie“ unternimmt jetzt der Potsdamer Libertad Verlag. Angelegt ist sie als multimediales Projekt, das kollektive Teilhabe und fortführenden Diskurs ermöglichen soll. Start war im Dezember 2019 die gedruckte Buchausgabe von „Band I: Der Vorfrühling der Anarchie. Ihre historische Entwicklung von den Anfängen bis zum Jahre 1864“.

Ein bibliophiles Kleinod und weit mehr als die bloße Neuauflage eines Textes von 1925. Das ist dem Herausgeber Jochen Schmück zu danken. Seine programmatische Einleitung (S. 19-70) verlässt die Gleise historisierender Lesart. Aus dem biographischen, ideen- und bewegungsgeschichtlichen Kontext heraus lässt er Nettlaus Positionen eigenständig hervortreten. Er betrachtet sie von allen Seiten, diskutiert sie kritisch, prüft ihre Tragfähigkeit und öffnet auch uns die Augen für ihre aktuellen Gehalte.

Max Nettlau hätte seine Freude daran: Zukunftsorientiert mit dem eigenen Erbe umgehen! Genau das hatte er der anarchistischen Bewegung immer wieder ins Stammbuch geschrieben.

(. . . mehr)


Herodot und Herakles oder: Warum unsere eigene Geschichte wichtig ist

Von Jochen Knoblauch (Direkte Aktion - Kultur, 13. Mai 2002)

Max Nettlau (1865-1945) hat mit der „Geschichte der Anarchie“ einen Meilenstein gesetzt, der allerdings bis heute nicht alle Bände umfasst, die er konzipiert und geschrieben hat. Er wurde der Herodot – also der Geschichtsschreiber – des Anarchismus genannt. Mit der neuen Edition im Libertad Verlag, einer wahren Herkules-Aufgabe, sollen nicht nur erstmals alle Nettlau-Bände erscheinen, sondern auch gleichzeitig ein Internet-Projekt starten, bei dem wir unsere Geschichte selber weiterschreiben können. (. . .)

Unter dem Kürzel GdA wird Nettlaus „Geschichte der Anarchie“ zum Multimedia-Projekt. Neben der Printausgabe erscheinen die Texte zeitgleich auch ohne Beschränkungen im Internet. Zusätzlich wird jedem/r Käufer*in der Printausgabe ein Zugangscode zur Onlineversion mitgeliefert, der über die normale Nutzung hinausgeht. Mit der Registrierung eröffnen sich Premiuminhalte und -features, die das Projekt in eine Community überführen soll, die mit Hilfe eines Content Managment System (CMS) den heutigen technischen Standard erfüllt. Die Onlineversion soll natürlich auch interessierte Menschen miteinander verbinden und im besten Fall eine direkte internationale Zusammenarbeit und Vernetzung ermöglichen. Nach einer Probephase ist die Onlineversion mit dem ersten Band jetzt unter der oben genannten web-Adresse abrufbar.

Der Historiker Max Nettlau wäre vermutlich über all diese neue Möglichkeiten in heller Freude und der Internationalist sowieso. Die Möglichkeiten des neuen Mediums braucht heute vermutlich niemand mehr erklärt zu bekommen und den jungen Menschen, die inzwischen mit ihm aufgewachsen sind, eh nicht mehr. Es gilt nun das Wissen, welches bereits vorhanden ist, in die neuen Möglichkeiten zu integrieren, es gilt sie zu vermehren und zum Wohle vieler zu nutzen und zu verbreiten.

(. . . mehr)
Mehr Infos zum Editionsprojekt und einen Einblick in das Buch selbst gibt unser Digitaler Prospekt der Werkausgabe der "Geschichte der Anarchie" von Max Nettlau.

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Diesen Artikel haben wir am 09.08.2020 in unseren Katalog aufgenommen.