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Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit; Bd.15

Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit; Bd.15
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ISBN: 9783886634156
GTIN/EAN: 9783886634156
Verlage: Germinal
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Archiv für die Geschichte des Widerstandes und der Arbeit; Bd.15
Hrsg. von Wolfgang Braunschädel und Johannes Materna.

Bochum: Germinal Verlag, 1998. Broschur. 672 Seiten. ISBN 978-3886634156. Sammler-Exemplar: Ungelesenes Neu-Exemplar aus der Restauflage.

Beschreibung:

Diese Ausgabe enthält u.a. Beiträge von Ulrich Peters, Václav Tomek, Hartmut Rübner, Jacques Wajnsztejn, Jan Zimmermann und Peter Kuckuk zu den folgenden und anderen Themen:

  • Cornelius Castoriadis und "Socialisme ou Barbarie"
  • Marx und Bakunin in der Ersten Internationale
  • Rudolf Rockers Wandlung vom kommunistischen Anarchisten zum libertären Revisionisten
  • Das "Manifest der tschechischen Anarchisten" aus dem Jahre 1896
  • Leben und Werk des Schriftstellers Fritz Gross (1897-1946)
  • Von der Autonomie zu den Autonomien
  • Annäherungen an 1968

Siehe auch die ausführliche Inhaltsbeschreibung unter "Inhalt" und im editorialen Vorwort unter "... und mehr".

  • Zu diesem Heft [11]
  • Cornelius Castoriadis: Die Frage der Geschichte der Arbeiterbewegung [15]
  • Harald Wolf: "Die Revolution neu beginnen." Über Cornelius Castoriadis und "Socialisme ou Barbarie" [69]
  • Ulrich Peters: Das Antiautoritäre als Phrase. Marx und Bakunin in der Ersten Internationale [113]
  • Martin Finkbeiner: Lenin und der europäische Sozialismus [135]
  • Elfriede Müller: Die Bolschewiki und die Gewalt [155]
  • Hartmut Rübner: "Eine unvollkommene Demokratie ist besser als eine vollkommene Despotie." Rudolf Rockers Wandlung vom kommunistischen Anarchisten zum libertären Revisionisten [205]
  • Václav Tomek: Das "Manifest der tschechischen Anarchisten" aus dem Jahre 1896 [227]
  • Jan Zimmermann: Hoffnung trotz Skepsis. Zu Leben und Werk des Schriftstellers Fritz Gross (1897-1946) [233]
  • Fritz Gross: Ausgewählte Texte von 1918 bis 1946 [259]
  • Sibylle Küttner: Billiglohnarbeit im Deutschen Kaiserreich: "Farbige Seeleute" in der Handelsmarine [329]
  • Jacques Wajnsztejn: Von der Autonomie zu den Autonomien [379]
  • Michael T. Koltan: Leninismus ohne Arbeiterklasse. Kurzer Lehrgang zum Kollaps der Modernisierung [401]
  • Jacques Wajnsztejn: Einige Präzisierungen zum Begriff des "kapitalistischen Reproduktionssystems" [419]
  • Helmut Dahmer: Holocaust und Geschichtsschreibung. Nachlese zur Goldhagen-Kontroverse [441]
  • Peter Kuckuk: Annäherungen an 1968 - Eine persönliche Bilanz [463]
  • Fritz Keller/Kurt Lhotzky: In memoriam Georg Scheuer [475]
  • Wilhelm Weitling: Die Kommunion und die Kommunisten [479]
  • Rezensionen und Hinweise [483]

Zu diesem Heft:

Als Ende Dezember des letzten Jahres Cornelius Castoriadis gestorben war, veröffentlichte ein altgewordener Stalinist in der wohl linksliberalen „tageszeitung“ einen Nachruf auf einen „Cornelis Castoriades“. Das mag man durchaus als Zeichen dafür lesen, daß Castoriadis trotz einiger eher verstreuter Übersetzungen hierzulande unbekannt geblieben und nur von wenigen rezipiert worden ist. Castoriadis gehörte seit den späten vierziger Jahren zu den radikalen Kritikern der tradierten Arbeiterbewegung. In einer Einleitung zu einem Sammelband mit älteren Aufsätzen hat er 1974 noch einmal sein Verständnis der Geschichte der Arbeiterbewegung ausführlich dargelegt. Bei aller Anerkennung von Ereignisgeschichte und analytischer Geschichtsschreibung zielt sein Ansatz darauf ab, Arbeiterbewegung dort nachzuspüren, wo die Objekte der Forschung - die Arbeiter - tatsächlich agieren und zum Subjekt werden.

Castoriadis hatte Anfang 1949 zusammen mit Claude Lefort und anderen die Zeitschrift „Socialisme ou Barbarie“ gegründet, die bis 1965 erschien und zu den wichtigsten und einflußreichsten linkskommunistischen Zeitschriften der Nachkriegszeit zählt. In seinem Beitrag geht Harald Wolf im Anschluß an einen historischen Überblick über die Entwicklung der Gruppe bis zu ihrer Auflösung im Jahre 1966 auf die inhaltlichen Schwerpunkte der in der Zeitschrift geführten Debatten ein. Im Zentrum standen nicht nur die Analyse der neuesten Entwicklungen im Kapitalismus, sondern insbesondere auch eine radikale Kritik des bürokratischen Staatssozialismus und der längst reformistisch gewordenen Arbeiterorganisationen. Der Rekurs auf die realen proletarischen Erfahrungen führte zu einem Konzept von Selbstorganisation, das angesichts eines modernisierten Kapitalismus auch die Kämpfe im Reproduktionsbereich in die theoretischen Überlegungen mit einbezog und notwendigerweise auf Konfrontationskurs zu einem überholten Arbeiterbewegungsmarxismus ging.

Viele Fraktionierungen in der Geschichte der Arbeiterbewegung gehen auf die Auseinandersetzungen zurück, die in den Kreisen der Ersten Internationale geführt wurden. Insbesondere die zum Teil von persönlichen Animositäten geprägten Differenzen zwischen Marx und Bakunin sind gewissermaßen zur Gründungsurkunde der autoritären und antiautoritären Strömungen der Arbeiterbewegung stilisiert worden. Einmal abgesehen davon, daß die tatsächlichen Ursachen für diese verschiedenen Strömungen nur sozial- und mentalitätsgeschichtlich zu erforschen und erklären sind und die Auseinandersetzungen zwischen Personen in dieser Hinsicht eher zweitrangig erscheinen, unternimmt Ulrich Peters in seinem Beitrag den Versuch, die in bestimmter Hinsicht gar nicht so unterschiedlichen Verhaltensweisen von Marx und Bakunin aus dem historischen Kontext heraus zu erklären und damit auch die überhöhten Interpretationen zu relativieren.

Die revolutionären Bewegungen in den Jahren nach dem Ende des Ersten Weltkrieges waren sehr stark von neugegründeten linkssozialistischen Organisationen und ent-sprechend orientierten gewerkschaftlichen Gruppierungen geprägt. Insbesondere die USPD verfügte - verglichen mit der KPD - über einen eminenten Einfluß und vertrat, ähnlich wie die sozialistischen Parteien in Frankreich und Italien, ein eigenständiges Sozialismuskonzept. Martin Finkbeiner vertritt die Auffassung, daß die Konzeptionen dieser linkssozialistischen Parteien mit den spezifischen Interessen der Bolschewiki, deren eigentliches Ziel in der Etablierung und Konsolidierung eines von ihnen be-herrschten Staates bestand, nicht zu vereinbaren waren. Der vorgebliche Internationalismus der Bolschewiki, der zur Gründung der Dritten Internationale und, auf der Basis der berüchtigten „21 Aufnahmebedingungen“ des zweiten Kongresses der Dritten Internationale, zur gezielten Spaltung der einflußreichen linkssozialistischen Parteien führte, zielte darauf ab, diese Bewegungen und Organisationen in West- und Mitteleuropa im eigenen Interesse zu dominieren.

Der Kollaps der osteuropäischen Staatssozialismen hat wieder einmal Experten jeglicher Couleur zur Erforschung der Ursachen dieser mißlungenen Experimente auf den Plan gerufen. Während die einen den Bösewicht in Stalin glauben ausmachen zu können, möchten die anderen den „Meisterdenker“ Marx gleich mit entsorgen. Dabei liegt es nahe, sich einmal intensiver mit der Phase zu beschäftigen, in der die Bolschewiki an die Macht kamen und diese Macht in einem mehrjährigen Bürgerkrieg verteidigt und ausgebaut haben. Elfriede Müller zeigt in ihrem Beitrag auf, daß die Bolschewiki, entgegen jeglicher theoretischer Einsichten verbissen an der einmal errungenen Macht festhaltend, in einen Zugzwang gerieten, der nicht nur Gewalt und Terror, sondern auch ein Sozialismuskonzept freisetzte, das als Ideologisierung einer nachholenden ursprünglichen Akkumulation konsequenterweise in Stalins Verbund von Ökonomie und Lagersystem endete.

Im Gegensatz zu den romanischen Ländern sind in Deutschland weder der Anarchismus noch der Anarchosyndikalismus heimisch geworden. Zu den wenigen namhaften deutschen Anarchisten gehörte Rudolf Rocker, der allerdings bis auf seine Jugendzeit und die Jahre der Weimarer Republik in der englischen bzw. amerikanischen Emigration lebte. Es sind ohne Zweifel die Erfahrungen mit den autoritären deutschen Staaten und deren Untertanen, insbesondere mit dem Nationalsozialismus, sowie die Ablehnung der im Stalinismus kulminierenden Staatssozialismen, die, wie Hartmut Rübner in seinem Beitrag aufzeigt, Rocker zu einem revisionistischen Anarchismus im Sinne einer Anbindung an den politischen Liberalismus geführt haben.

In Ergänzung zu zwei Beiträgen zur Geschichte des tschechischen Anarchismus um die Jahrhundertwende, die in den Heften 12 und 13 des ARCHIVs veröffentlicht worden sind, stellt Václav Tomek in seinem Beitrag mit dem „Manifest der tschechischen Anarchisten“ aus dem Jahre 1896 ein wichtiges Dokument dieser Bewegung vor, das sowohl in inhaltlicher als auch in organisatorischer Hinsicht einen wichtigen Punkt in der Entwicklung des tschechischen Anarchismus festhält.

Fritz Gross gehörte hierzulande trotz aller Forschungen zur Weimarer Zeit und zum Exil bis vor kurzem zu den Schriftstellern, die allenfalls noch einigen Experten bekannt waren. Gebürtiger Österreicher, hatte Gross Wien Ende 1918 verlassen, um in Deutschland Mitglied der KPD zu werden. In der Weimarer Zeit war er als Redakteur und Autor für verschiedene Zeitungen tätig und veröffentlichte politische und literarische Texte. Als eher libertärer Marxist wurde er Ende der zwanziger Jahre aus der KPD ausgeschlossen. 1933 emigrierte er nach England, wo er bis zu seinem frühen Tod im Jahre 1946 weiterhin publizistisch tätig war. Jan Zimmermann gibt in seinem Beitrag einen Einblick in Leben und Werk dieses Einzelgängers, der sich zwischen allen Fronten bewegte und nicht von ungefähr von niemandem vereinnahmt wer¬den konnte. Im Anschluß daran folgt eine Auswahl von zum Teil seinerzeit veröffentlichten, zum Teil unveröffentlicht gebliebenen Texten von Fritz Gross. Im Mittelpunkt stehen zum einen Auszüge aus dem 1929 in der anarchosyndikalistischen „Gilde freiheitlicher Bücherfreunde“ erschienenen Werk „Die letzte Stunde. Legenden vom Tod“ und zum anderen die bisher unveröffentlichten „Szenen“ aus dem Leben Erich Mühsams. Ergänzend hinzukommen eine Reihe kürzerer, vielfach biographischer Texte, aus denen sich ganz nebenbei auch das libertäre Selbstverständnis von Fritz Gross herauslesen läßt.

Die gegenwärtigen Diskussionen um Billiglohnarbeit und deren Anbindung an die Debatten um die Ursachen der Arbeitslosigkeit erweisen sich bei einem Blick in die Geschichte als Neuauflagen alter Auseinandersetzungen. Aus dem Beitrag von Sibylle Küttner, die sich mit dem Einsatz farbiger Seeleute in der deutschen Handelsmarine während des Kaiserreichs und den dazu geführten Debatten beschäftigt, geht hervor, daß alle von den heute involvierten Diskussionspartnern - Gewerkschaften, Wirtschaft, Parteien - vorgebrachten Argumente bereits damals präsent waren: von den wirtschaftlichen Vorteilen bis zum rassistisch begründeten Schutz der deutschen Arbeit.

Von den einstmals mehr berüchtigten als berühmten Autonomen ist in politischer Hinsicht hierzulande nichts mehr übrig geblieben. Das liegt sicherlich daran, daß es sich bei diesem Milieu um eine diffuse, weder theoretisch noch politisch allzu reflektierte Bewegung handelte, deren ritualisierte Militanz schon bald zu purem Selbstzweck und bloßer Selbstgefälligkeit verkommen war. Zu bedenken dabei ist jedoch, daß der Begriff der Autonomie von dieser Bewegung auf fragwürdige Weise okkupiert worden ist. Jacques Wajnsztejn wirft in seinem Beitrag einen Blick auf die Anfänge jener Bewegungen in den sechziger und siebziger Jahren, in denen der Begriff Autonomie für den Bruch sowohl mit der kapitalistischen Arbeitsgesellschaft als auch mit den reformistischen Arbeiterorganisationen stand. Er skizziert die entsprechenden Entwicklungen in Italien, in Frankreich und in der Bundesrepublik, wobei er feststellt, daß die entscheidenden Konfrontationslinien sich vielfach von der politischen auf die gesellschaftliche Ebene im Sinne einer Herausbildung von alternativen Milieus verschoben haben.

Seit einigen Jahren verkünden Robert Kurz und die Autor(inn)en der Zeitschrift „Krisis“ mit offensichtlich zunehmender Lust am Untergang den „Kollaps der Modernisierung“. Nach dem Zusammenbruch der marxistisch-leninistischen Illusionen und der Verabschiedung von der Arbeiterbewegung und deren Ideologien richten sich die „Krisis“-Autoren in einer Art Doppelhaushalt ein. Auf der einen Seite analysieren sie mit detailverliebter Besessenheit und Hang zur Kriseneuphorie die jeweils neuesten Entwicklungen der Weltwirtschaft, auf der anderen Seite entdecken sie mit alternativer Lust in zunehmendem Maße gesellschaftliche Nischen, in denen sie sich von der kriselnden Arbeitsgesellschaft unbehelligt wähnen. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß in diesem Haushalt Gerichte aufgetischt werden, die nicht ganz unbekannt sind, was nicht gegen die Gerichte sprechen muß, aber durchaus gegen den Gestus sprechen kann, mit dem sie aufgetischt werden. Michael T. Koltan verweist in seinem Beitrag auf einige Aporien in der Argumentation von Kurz, die aus der Vermischung von wertformanalytischer Kapitalkritik und Restbeständen marxistisch-leninistischer Erkenntnistheorie resultieren.

Im Anschluß an seinen Text im ARCHIV 14, in dem er die gegenwärtige kapitalistische Ökonomie als ein Reproduktionssystem analysiert hatte, unternimmt Jacques Wajnsztejn in einem daran anschließenden Beitrag den Versuch, die Funktionsweisen dieses Systems näher zu bestimmen. Im Zusammenhang mit dem Niedergang der klassischen Lohnarbeit, der Entwicklung eines scheinbar unabhängigen Finanzsektors und der sich ändernden Funktionen der Nationalstaaten verschieben sich die Beziehungen zwischen Ökonomie, Politik und Gesellschaft. Eine von produktiver Arbeit zunehmend abgekoppelte und immer stärker auf Information und Kommunikation ausgerichtete individualisierte Konsumgesellschaft führt zudem den alten Zusammenhang von Produktivismus und Fortschritt ad absurdum.

Noch bevor im Sommer 1996 Daniel Jonah Goldhagens Arbeit „Hitlers willige Vollstrecker“ in einer deutschen Übersetzung erschien, war die bundesdeutsche Historikerzunft in helle Aufregung geraten. Geradezu panikartig wurden die Thesen des amerikanischen Politikwissenschaftlers zurückgewiesen, insbesondere sein Hinweis darauf, daß zum einen der in der deutschen Bevölkerung weit verbreitete rassistische Antisemitismus ein entscheidender Faktor für den Mord an den europäischen Juden gewesen ist und daß zum zweiten die Bereitschaft „gewöhnlicher“ Deutsche zur aktiven Beteiligung an diesem Mord ganz erheblich größer war als bisher zugestanden. Helmut Dahmer läßt in seinem Beitrag die Argumente dieser Historiker noch einmal Revue passieren und kommt - indem er sie u.a. mit längst bekannten soziologischen Forschungen zum Antisemitismus konfrontiert - zu dem Ergebnis, daß die bundesdeutsche akademische Holocaustforschung bisher weitgehend einen Entlastungsdiskurs geführt hat, in dem zwar Taten, aber keine Täter vorkommen.

In der Geschichtsschreibung zu „1968“ wird allzuoft übersehen, daß die Ereignisse in den Zentren der Bewegungen auch ihre Auswirkungen in der Provinz hatten. Peter Kuckuk vermittelt in seiner persönlichen Bilanz des damaligen Aufbruchs einen Eindruck von jenem Milieu, das weniger vom revolutionärem Pathos avantgardistischer Gruppierungen als von den politischen Auseinandersetzungen im linkssozialdemokratischen Bereich und den alltäglichen Veränderungen im privaten Leben geprägt war.

Im Herbst 1996 starb in Wien Georg Scheuer, der in den dreißiger und vierziger Jahren in Österreich und später in der Emigration in Frankreich in kleinen Gruppen im Widerstand gegen die Nationalsozialisten aktiv war. In einem Nachruf erinnern Fritz Keller und Kurt Lhotzky an Leben und Werk Georg Scheuers.

In der Fluchtlinie einer Epoche, die 1848 nicht begann und 1968 nicht endete, dokumentieren wir zum Schluß einen Text von Wilhelm Weitling aus dem Jahre 1841, der sich durch ein Niveau auszeichnet, das von dem späteren sogenannten wissenschaftlichen Sozialismus sozialdemokratisch-leninistischer Manier nicht mehr erreicht wurde und das es heute, nach dem Scheitern dieses Sozialismus, wieder zu gewinnen gilt. Die Forderung nach einer egalitären Gütergemeinschaft mag in dem hier angesprochenen Sinn nicht „wissenschaftlich“ sein, blamiert in ihrer Radikalität jedoch jegliche wie auch immer maskierte Wissenschaftlichkeit.