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Die Lust und die Freiheit
Marquis de Sade und Max Stirner - Ihr Freiheitsbegriff im Vergleich
Von Maurice Schuhmann
Berlin: Karin Kramer Verlag, 2007. 144 Seiten mit 8 Abb. Paperback. ISBN: 978-3879563081
Beschreibung:
Auf den ersten Blick verblüfft der Versuch, eine Verbindung zwischen Marquis de Sade (1740-1814) und Max Stirner (1806-1856) herzustellen. Stehen sich doch mit ihnen zwei Charaktere gegenüber, wie sie kaum unterschiedlicher sein könnten: Auf der einen Seite der französische „Lebemann" und „Erotikschriftsteller" de Sade, der sich mit seinen ausschweifenden sexuellen Fantasien wortwörtlich einen „Namen" gemacht hat und auf der anderen Seite der preußisch-spröde deutsche Philosoph Stirner, der als der ideologische Wegbereiter des Individualanarchismus gilt. Dennoch verbindet sie ein gemeinsames Element: Die Idealisierung eines souveränen Subjektes, das sich über die Grenzen der Begrifflichkeit des Allgemeinen emporhebt.
Maurice Schuhmann konzentriert sich in seiner Studie auf die Untersuchung der politisch-philosophischen Auseinandersetzung mit den individualistischen Freiheitskonzepten der beiden Denker. Mit seinem Forschungsansatz betritt er weitgehendes Neuland und dies auch über die spezifischen Fragestellungen seiner Studie hinaus. Denn weder Marquis de Sade noch Max Stirner haben bisher Einzug in die wissenschaftlichen Diskurse im deutschsprachigen, akademischen Raum gefunden. Die Rezeption ihrer Schriften und Ideen verlief weitgehend im außeruniversitären Bereich.
Aus unterschiedlichen geistesgeschichtlichen Strömungen stammend, fordern sowohl de Sade als auch Stirner die konkretisierte Freiheit des Individuums. Beiden Denkern geht es um die absolute Subjektivität des Individuums, das keiner Allgemeinheit – sei es der Idee einer allgemeingültigen Moral oder des Staates – geopfert wird. In ihrer konsequenten Beweisführung bieten de Sade und Stirner Denkanstöße sowohl für die moderne als auch postmoderne Philosophie. Die Studie Schuhmanns bietet einen neuen Zugang zum Werk der beiden Denker, das heute vor dem Hintergrund zunehmender Individualisierung aktueller denn je erscheint. Gleichzeitig zeigt der Autor in seiner Untersuchung auch die Potentiale auf, die die Gedankenexperimente der beiden Denker bezüglich der Analyse aktueller gesellschaftlicher Veränderungen in Form einer verstärkt als Bedrohung wahrgenommenen Individualisierung bieten können.
(Aus: DadAWeb-Buchempfehlung)
Inhalt
Vorbemerkung / Einleitung
Forschungsstandanalyse
- Freiheitsbegriff bei de Sade
- Freiheitsbegriff bei Stirner
- Zum Vergleich von Marquis de Sade und Max Stirner
Fragestellung
- Operationalisierung
- Freiheitsbegriff bei Marquis de Sade
- Auswahl und Begründung der untersuchten Aspekte: Libertin und Libertinage
- Die Begriffe „Libertin" und „Libertinage"
- Die Libertins im Werke de Sades
- Juliette als Spezialfall eines Libertins
- (Philosophische) Freiheitsauffassung im Werke de Sades
- Die Parodie des Gesellschaftsvertrages bei de Sade
- Atheismus
- Politische Freiheiten
- Wille
Die Freiheit im Werke von Max Stirner
- Begründung für die von mir ausgewählten Aspekte
- Polemik gegen den Freiheitsbegriff seiner Zeit
- Überlegungen zum (philosophischen) Freiheitsbegriff
- Eigenheit als „alternativer Freiheitsbegriff'
- Exkurs: Natur und Eigenheit
- Der Eigner
- Haltung gegenüber politischen Freiheiten
- Der Wille und sein Bezug zur Freiheit
- Verein von Egoisten
Vergleich de Sade und Stirner - Libertin und Eigner
- Der philosophische Freiheitsbegriff
- Wille
- Selbstbefreiung als Charakterzug
- Politische Freiheiten
- Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
Fazit und Ausblick
ANHANG:
- Anhang 1: Marquis de Sade - Ein Philosoph zwischen „Vergötterung" und „Verteufelung"
- Anhang 2: Marquis de Sade: Juliette oder Vom Segen des Lasters
- Anhang 3: Max Stirner - der bedächtige Schrankenhasser
- Quellen- und Literaturliste
- Kurzvita: Maurice Schuhmann
- Personenverzeichnis
- Sachwortregister.