Verlagsbuchhandlung des Libertad Verlages

espero - Nr. 13

espero - Nr. 13
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ISBN: espero_NF_006-2023-01
GTIN/EAN: espero_NF_006-2023-01
Verlage: Libertad
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espero – Libertäre Zeitschrift (Neue Folge), Nr. 13, Juli 2026.
Herausgegeben von Markus Henning und Jochen Schmück.
Potsdam: Libertad Verlag, 2026, 218 Seiten, E-Zine (PDF). ISSN (Online): 2700-1598
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Editorial:

Vom 14. bis 17. Mai 2026 fand in Mannheim die 8. Anarchistische Buchmesse statt. Unser Dank gilt der Anarchistischen Gruppe Mannheim, die die Veranstaltung hervorragend organisiert hat. Ein umfangreiches Begleitprogramm ermöglichte es uns, am 15. Mai unser Zeitschriftenprojekt espero live zu präsentieren.

Um einen möglichst offenen Diskursraum zu schaffen, hatten wir uns für das Format einer moderierten Podiumsdiskussion entschieden. Unter dem übergreifenden Thema des aktuellen Zustands und möglicher Zukunftsperspektiven der anarchistischen Bewegung stellten Redaktion und Autor:innen ausgewählte Beiträge aus unserer jüngsten Winterausgabe (espero #12) vor. Trotz der Dringlichkeit und des Ernstes der globalen Lage war der Austausch mit dem Publikum von Wertschätzung, Dialogbereitschaft und Aufgeschlossenheit geprägt. Auch im übrigen Messebetrieb erlebten wir ein generationsübergreifendes Zusammenwirken, das Zuversicht für eine Erneuerung des Anarchismus vermittelt.

Zu einer solchen Erneuerung möchte auch espero #13, unsere aktuelle Sommerausgabe, anregen. Die Mischung aus undogmatisch-libertären Analysen, Debatten und Visionen zielt auf eine Anarchie, die sich im Alltag entfaltet, Beziehungen gestaltet, Bedeutung stiftet und gemeinsames Handeln anstößt.

Eröffnet wird die Ausgabe mit einem Gast-Essay von Tomás Ibáñez, der dazu auffordert, den Anarchismus als ein praktisches Werkzeug zur „Anarchisierung“ der Welt zu begreifen, statt seinen politischen Sieg sicherstellen zu wollen.

Der von Christian Siefkes betreute Themenschwerpunkt Die Klimakatastrophe aus libertärer Perspektive macht deutlich, dass die Klimakrise nicht als bloßes staatliches Managementproblem verstanden werden kann. Siefkes analysiert die Wachstumslogik des Kapitalismus und erkennt zugleich im Scheitern des Bestehenden auch Ansätze für eine neue und hoffentlich auch bessere Welt. Jörg Bergstedt sieht Umweltzerstörung eng mit Machtverhältnissen verknüpft und warnt vor einem überhöhten Vertrauen in Staat und NGOs. Nicolas Guenot kritisiert großtechnologische Heilsversprechen und plädiert für gemeinschaftlich kontrollierbare Technikformen nach „menschlichem Maß“. Christfried Lenz hebt die emanzipatorischen Potenziale dezentraler Technik und erneuerbarer Energien hervor. Hans Widmer wirbt für ressourcenschonende gemeinschaftliche Lebensweisen. Annette Schlemm betont schließlich die Notwendigkeit solidarischer Strukturen und verweist auf die Fähigkeit von Menschen, auch unter schwierigen Bedingungen kooperativ und selbstorganisiert zu handeln.

Auch die übrigen Beiträge der neuen Sommerausgabe fragen danach, wie sich Herrschaft und Hierarchie in einer zunehmend katastrophischen Welt zurückweisen lassen. Siegbert Wolf betont die Bedeutung der eigenen Geschichte für eine lebendige anarchistische Praxis. Jochen Schmück fordert eine Abkehr vom traditionellen Old-School-Anarchismus zugunsten einer im Alltag gelebten Anarchie. Stephan Krall ergänzt diese Perspektive um eine psychologische Dimension und fragt, warum Menschen oft an bestehenden Verhältnissen festhalten und wie die inneren Muster von Herrschaft und Unterordnung erkannt und überwunden werden können. 

In der Gesamtschau rufen die Beiträge der neuen espero-Sommerausgabe dazu auf, den Anarchismus als offenen Prozess zu verstehen, der sich im praktischen anarchistischen Handeln immer wieder neu erfindet.

Buchempfehlungen zu aktuellen Neuerscheinungen runden die Ausgabe ab. Auch sie stehen jeweils auf ihre eigene Art für die Einsicht, dass eine humane und selbstbestimmte Zukunft nur durch den mentalen Gehalt der Hoffnung und durch unser gemeinsames Handeln in der Welt entstehen kann.

Wir wünschen unseren Leser:innen eine anregende Lektüre!

Die espero-Redaktion.

Editorial [7]

DER GAST-ESSAY

Tomás Ibáñez: Der unauflösbare und dennoch fruchtbare Widerspruch im Anarchismus [11]

THEMENSCHWERPUNKT: DIE KLIMAKATASTROPHE AUS LIBERTÄRER PERSPEKTIVE [19]

Christian Siefkes: Klima im Kollaps – libertäre Perspektiven auf die Katastrophe. Einleitung des Gastherausgebers [21]

Christian Siefkes: Linkslibertäre Perspektiven im Angesicht des Kollaps [25]

  • Das Wachstum und seine Grenzen [25]
  • Frühe Debatten um Grenzen und Overshoot [26]
  • Kollaps als Verlust von Komplexität [29]
  • Die große Beschleunigung – über die Grenzen des Planeten hinaus [33]
  • Die drohende Heißzeit und ihre Konsequenzen [36]
  • Kollapsologie und solidarisches Preppen [41]
  • Der Fluch des Goliath [45]
  • Könnten die Technik oder das Weltall Auswege bieten? [48]
  • Was, wenn der Kollaps kommt? [51]
  • Linkslibertäre Perspektiven im und trotz des Kollaps [54]
  • Quellenverzeichnis [62]

Jörg Bergstedt: Macht macht Klima kaputt [65]

  1. Über den Zusammenhang von Herrschaft und Klimawandel [65]
  2. Stets nah an der Macht: Die Geschichte des Umweltschutzes [69]
  3. Klimaschutz von oben [75]
  4. Die Alternative: Emanzipatorischer Umwelt- und Klimaschutz [77]
  5. Auf dem Weg … Strategien für Umwelt- und Klimaschutz [85]
  6. Fazit [88]
  7. Literaturliste [90]

Nicolas Guenot: Technologische Vorstellungswelten im Zeitalter des Kollapses [93]

  1. Technik und die Politik des Kollapses [93]
  2. Der Fortschritt und die Illusion der Zukunft [96]
  3. Die Natur und die Illusion der Vergangenheit [100]
  4. Konvivialität und Low-Tech Vorstellungswelten [104]
  5. Literatur [110]

Christfried Lenz: Klimawandel – Energiewende – Zeitenwende [113]

  • Warum gibt es eigentlich die Technik? [113]
  • Verhältnis der Technik zur Natur [114]
  • Technischer Fortschritt schlägt um in Destruktion [116]
  • Klimawandel treibt Energiewende hervor [118]
  • Emanzipatorische Prozesse [120]
  • Vereinigung von „Erzeugen“ und „bloßem Tun“ [121]
  • Die „Strategie“ [122]
  • Literatur [122]
  • Der Elefant im Raum … [125]
  • Lektürevorschläge [131]

Hans Widmer (P. M.): Der Elefant im Raum … [125]

  • Lektürevorschläge [131]

Annette Schlemm: Gegenseitige Hilfe im Zeitalter des Kollapses [133]

  • Am Ende der Hoffnungen? [133]
  • Anarchistisch im Kollaps [135]
  • Was heißt anarchistisch orientierte Katastrophenhilfe? [140]
  • Literatur [142]


BEITRÄGE ZU WEITEREN THEMEN

Siegbert Wolf: „Wir sollen das Recht aller und das Unrecht aller gewahren“ – Gustav Landauer und die Französische Revolution von 1789 [147]

  • Quellen [167]
  • Siglen [167]

Jochen Schmück: Der Weg entsteht beim Gehen: Von der Wiederentdeckung der Anarchie im Anarchismus [173]

  • Vom Dogma zur Bewegung: Der nicht-fundationale Anarchismus [174]
  • Theorie trifft Alltag: Die Synthese aus Offenheit und Pragmatismus [176]
  • Das Beispiel Minneapolis: Wo radikale Nachbarschaftshilfe den Leviathan entmachtet [178]
  • Vom theoretisierten Anarchismus zur gelebten Anarchie [183]
  • Literatur [185]

Stephan Krall: Ist Anarchismus naiv? – Gedanken nach Siegbert Wolfs „Weckruf“ [187]


BUCHEMPFEHLUNGEN

  • Jochen Schmück: Den Anarchismus neu denken – David Graebers ausgewählte Schriften im UNRAST-Verlag [198]
  • Henning Schuhmann: Von „außerirdischen“ Aktivist:innen und ihren Raumschiffen [207]
  • Jochen Knobllauch: „Nur die Luft wird bald knapp“ – Anarchistische Lyrik und/oder anarchistische Lyriker [210]

Die Autor:innen dieser Ausgabe [218]

Diesen Artikel haben wir am 15.06.2026 in unseren Katalog aufgenommen.