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Libertäre Schriften (1948-1960)

Libertäre Schriften (1948-1960)
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ISBN: 9783942281560
GTIN/EAN: 9783942281560
Verlage: Laika Verlag
Mehr Titel von: Laika Verlag
24,90 EUR
inkl. 7 % MwSt. zzgl. Versandkosten


Libertäre Schriften (1948-1960)
Von Albert Camus. Herausgegeben von Lou Marin.

Hamburg: Laika Verlag, 2013 (Laikatheorie; Band.28). Broschur, 384 Seiten. ISBN 978-3942281560.

Beschreibung:

»Die Schriftsteller waren immer an der Seite des Lebens – gegen den Tod.
Wo wäre die Würde dieses lächerlichen Berufs,
wenn nicht gerade in der unablässigen Fürsprache
für die Sache des Menschen und des Glücks?«
Albert Camus

Albert Camus’ literarisches Werk ist weltberühmt und zählt zur herausragenden Literatur des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist seine Beschäftigung mit dem Anarchismus. Gerade aber die Auseinandersetzung mit dem libertären Denken war für Camus nach dem Zweiten Weltkrieg von großer Bedeutung.

Bereits 1940 lernte Camus Rirette Maîtrejean, eine der bedeutendsten damaligen französischen Anarchistinnen, kennen. Mit jungen libertären AktivistInnen diskutierte er 1948 über ein gemeinsames Verständnis der damaligen Welt. 1949 schrieb Camus dann seinen ersten Artikel in der anarchistischen Presse – damit begann eine Zusammenarbeit, die bis zu seinem Tod fortdauerte. Sie war durch starke persönliche Freundschaften besiegelt, die von gegenseitiger Wertschätzung, Herzlichkeit und Verbundenheit über gemeinsame Kämpfe gekennzeichnet war.

In dieser nun erstmalig in deutscher Übersetzung vorliegenden Aufsatzsammlung zeigen sich die Entwicklungswege im Denken Camus’ zu Zeiten des Kalten Kriegs, seine Entschlossenheit, weder der einen noch der anderen Großmacht nachzugeben. In jener Zeit war Camus der einzige französische Intellektuelle, der sich bewusst auf ein drittes Lager stützte: das der Kriegsdienstverweigerer, der mundtot und vergessen gemachten Anti-Kolonialistinnen und der revolutionären Syndikalistinnen.

Der vorliegende Band versammelt Schriften Camus wie auch Artikel anderer AutorInnen und ermöglicht erstmalig einen vollständigen Überblick über das Denken und Wirken Camus’ – und so ein umfassendes Verständnis dieses »Menschen in der Revolte«.

Lou Marin: Einleitung [13]


I.

  • Mit Louis Lecoin, Andre Prudhommeaux und Louis Louvet [79]
  • Albert Carnus: Dialog um des Dialogs willen [81]
  • André Prunier: Breton oder Camus? Die Grenzen der Revolte [85]
  • Komitee der Schirmherren zur Unterstützung unserer Aktion: Alles Menschliche steht auf unserer Seite. Vom Verbrechen, Kriegsdienstverweigerer zu sein [95]
  • Hilfskomitee für Kriegsdienstverweigerer: Vorschlag eines Statuts für Kriegsdienstverweigerer [97]
  • Hilfskomitee für Kriegsdienstverweigerer: Projekt einer Verordnung zur Überstellung von Pazifisten an den Service civil international oder den Zivilschutz [103]
  • Albert Carnus: Betrifft Caligula [107]
  • Abbé Pierre, der Maler Buffet, Carnus, Giono, Cocteau schreiben an Präsident Charles de Gaulle [111]

II.

  • Mit Maurice Joyeux, Gaston Leval und Georges Fontenis [115]
  • Gaston Leval: Bakunin und Der Mensch in der Revolte von Albert Camus, Teil I-IV [117]
  • Albert Carnus: Antwort auf Gaston Leval [149]
  • Jean Charlin: Evolution (Auszug) [155]
  • Nationale Kommission der Fédération anarchiste: Erklärung der Nationalen Kommission der Federation anarchiste [157]
  • Maurice Joyeux: Repression der Regierung gegen die Freien Kräfte des Friedens. Maurice Laisant ist verurteilt worden [159]
  • Albert Camus: Spanien und der Donquijotismus [163]
  • Albert Camus und der revolutionäre Syndikalismus [167]

III.

  • Mit Jean-Paul Samson, Robert Proix und Rirette Maltrejean [171]
  • Jean-Paul Samson: Lektüren: Albert Camus, Actuelles II [173]
  • Gaston Leval/Jean-Paul Samson: Korrespondenz. [177]
  • Albert Camus: Kalender der Freiheit [181]
  • Die Verweigerung des Hasses [193]
  • Antwort an Domenach [199]
  • Simone Weil: Brief an Georges Bernanos [209]
  • Jean-Paul Samson, Claude Le Maguet, Pierre Monatte, Bernard von Brentano, Gaston Leval, Louis Mercier, Albert Camus: Zum Brief von Simone Weil an Bernanos [217]
  • Albert Camus: Préface/Vorwort [225]
  • Antwort auf einen Appell ungarischer Intellektueller [229]
  • Aktuelles (Auszüge) [233]
  • Miklós Molnár: Offener Brief an Albert Camus [239]
  • Albert Camus: Für Dostojewski [247]
  • Nochmals Ungarn [249]
  • Aufruf des Hilfskomitees für spanische Flüchtlinge [255]
  • Robert Proix, Rirette Maîtrejean, Georges Roy, Maurice Lemaitre, Lemoine: Camus im Druckereibereich [257]
  • Albert Camus: Seiten aus dem Tagebuch (1939) [267]
  • Jean-Paul Samson/Rene Char: Der unverzeihliche Camus [275]

IV.

  • Mit Pierre Monatte, Louis Mercier, Yves Dechezelles und Messali Hadj [283]
  • Albert Camus: Das Europa der Treue [285]
  • Franco - der Verteidiger der Kultur! [293]
  • Den Wert der Freiheit wiederherstellen [297]
  • Jene, die sich der Entehrung und dem Überläufertum verweigerten [307]
  • Ehrung eines verbannten Journalisten [309]
  • Post-scriptum [317]
  • Red. La Révolution prolétarienne: Albert Camus bei den Drucksetzern [319]
  • Albert Camus: Die proletarische Literatur [327]
  • Yves Dechezelles: Zu einem Buch über Algerien. Offener Brief an Francis und Colette Jeanson [333]
  • Red. La Révolution prolétarienne: Messali Hadj spricht zu uns über Afrika [341]
  • Albert Sadik: Ein Freispruch, der Geschichte macht [345]

V.

  • Epilog [347]
  • Freddy Gómez: Brüderlichkeit im Kampfe, Treue in der Einsamkeit: Camus und die Solidaridad Obrera [349]
  • Die letzte Nachricht von Albert Camus [363]


Namensindex [365]

Pressestimmen:

»Was? Camus war gar nicht jener nette antitotalitäre Junge, der den Weg für die Denker-Größen vom Schlage BHL [Bernard Henri-Lévy], Glucksmann und Michel Onfray bahnte? Er war nicht Anhänger dieser Halbheiten, die sich jeder – sogar noch Sarkozy – aufs Brot schmieren kann? Was, Camus verkehrte mit Anarchisten? Und hat sogar deren Denken eingesogen? Dieses ›libertäre Denken, von dem ich glaube, dass darauf die künftige Gesellschaft nicht wird verzichten können?‹ (...)
Es ist ganz das Verdienst von Lou Marin, einem langjährigen Aktivisten der deutschsprachigen gewaltfrei-anarchistischen Strömung ›Graswurzelrevolution‹, diese unbekannten Texte ausgegraben, gesammelt, geordnet und eingeleitet zu haben, sodass man mit gutem Vorwissen in die Debatten der Zeit eintauchen kann – von denen viele heute noch von brennender Aktualität sind und andere vergessen...«
Jean-Luc Porquet, Le Canard enchaîne

»Das besondere Interesse an diesen von Lou Marin zusammengetragenen und eingeleiteten Texten liegt vielleicht darin, dass jener libertäre Aspekt von Camus in dem Moment ans Tageslicht tritt, an dem die Staaten über Versuche reden, Traditionen, Methoden und eine Machtfülle zu konservieren, die nicht mehr oder kaum mehr funktionieren.«
Daniel Cohn-Bendit, Le Nouvel Observateur

»Da dachte man schon, alles von Camus auswendig zu kennen und findet dann doch noch unentdeckte Bereiche in seinem Werk? [...] Niemals vor dieser Initiative sind diese für Zeitschriften wie Le Monde libertaire, La Révolution prolétarienne, Solidaridad Obrera oder Die freie Gesellschaft geschriebenen Texte in dieser thematischen Form versammelt worden. Sie werfen ein anderes Licht auf das Denken und das Werk des Philosophen.«
Hubert Prolongeau, Marianne

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