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Der Staat und seine historische Rolle

Der Staat und seine historische Rolle
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ISBN: 9783897719163
GTIN/EAN: 9783897719163
Verlage: UNRAST Verlag
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13,00 EUR
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Der Staat und seine historische Rolle
Von Peter Kropotkin. Hrsg., eingel. und mit einem kommentierten Personenreg. vers. von Teo Panther.

Münster: Unrast-Verlag, 2008 (=Klassiker der Sozialrevolte Bd. 18). Broschur. 160 Seiten. ISBN 978-3897719163.

Beschreibung:

Der russische Naturwissenschaftler Pjotr A. Kropotkin (1842-1921) gilt als Begründer des kommunistischen Anarchismus. Die in diesem Band vereinigten zwei Beiträge Kropotkins können als "Klassiker" der anarchistischen Analyse und Kritik staatlicher Gesellschaftsorganisation gelten.

In den beiden seinerzeit unabhängig erschienenen Broschüren „Die historische Rolle des Staates“ (1896) und „Der moderne Staat“ (1913) beschreibt Kropotkin mit vielen historischen Beispielen die Funktion des Staates als Organisationsform im Interesse der jeweils herrschenden Klassen. Aus anarchokommunistischer Perspektive kann eine menschliche Perspektive aber nur auf Freiheit und Gleichheit begründet sein, doch in der Historie unterdrückten die Herrschenden immer mittels des Märchens vom staatlichen Gesellschaftsvertrag alle alternativen nichtstaatlichen Entwicklungen. Dabei zielt Kropotkins Kritik insbesondere auf das perfide Zusammenspiel von Staat und bourgeoiser Großfinanz sowie dem sich um die Jahrhundertwende monopolartig organisierenden Kapital.

Der Staat als übergeordnete Herrschaftsinstitution mit einem Heer von Beamten und Militärs wird von Kropotkin historisch untersucht und auch in seiner zeitgenössischen Form und Funktion beschrieben. Dabei kommt es ihm nicht nur darauf an, den Staat in seiner Rolle der jeweils herrschenden Klassen zu beschreiben, sondern das grundsätzliche Wesen staatlicher Gesellschaftsorganisation - im Unterschied zur mutualistischen und föderativen Vereinigung freier Menschen -herauszuarbeiten. Der Staat in seiner historischen Entwicklung hat grundsätzlich die Zerstörung der Freiheit zum Prinzip. Immer wieder aufkeimende Gestaltungsversuche jenseits staatlicher Organisation - in Sippenverbänden, Kommunen, Handwerkerbünden, Arbeitergenossenschaften usw. - wehren sich in einem ewigen Kampf gegen diese zentrale Gewalt staatlicher Allmacht. Der Mensch, »nicht wild von Natur aus«, wird dabei in Kämpfe und Kriege gezwungen, die nur einem Zweck dienen: Mehrung der Macht und des Reichtums herrschender Minderheiten. Dieses Staatswesen eignet sich wegen seiner immanenten Dynamik keinesfalls als Hülle, die eine revolutionäre Erhebung übernehmen sollte, so wie es die mit den Anarchisten in der Arbeiterbewegung konkurrierenden Parteikommunisten und Staatssozialisten bis heute propagieren. Kropotkin gelangt in seiner Studie zu dem Schluss:

»Man wird begreifen, sage ich, warum wir zu dem Schluß kommen, daß der Staat abgeschafft werden muß. (...) Man antwortet mit einem Argument ... beinahe kindischer Art: Der Staat ist da, sagt man uns. Er existiert, er stellt eine fertige, machtvolle Organisation dar. Warum sie zerstören, anstatt sie nutzbar zu machen? Sie wirkt zum Unheil - gewiß; das kommt aber daher, daß sie sich in den Händen der Ausbeuter befindet. Wenn sie in die Hände des Volkes fällt, warum sollte sie dann nicht zu einem besseren Zweck ausgenützt werden, zum Heil des Volkes?< (...) Wie traurig ist es doch, auf solche Argumente antworten zu müssen! Denn die so räsonieren, haben entweder nicht die geringste Ahnung von der historischen Rolle des Staates, oder sie stellen sich unter der sozialen Revolution etwas so Unbedeutendes, so Nebensächliches vor, daß diese angebliche Revolution nichts mehr gemein hat mit den Bestrebungen des Sozialismus.«

Abschließend geht Kropotkin in seiner Staatskritik direkt auf die sozialdemokratische und parteikommunistische Arbeiterbewegung ein, indem er die Frage, ob je eine staatliche Organisationsform zur Befreiung der Massen und der Arbeiterklasse beitragen könne, verneinend beantwortet.

  • Zur Einleitung
  • Peter Kropotkin: Die historische Rolle des Staates (1896)
  • Peter Kropotkin: Der moderne Staat (1913)
  • Kommentiertes Personenregister

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