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Michael Bakunin - Ein Brevier

Michael Bakunin - Ein Brevier
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ISBN: 9783892447788
EAN: 9783892447788
39,00 EUR
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Produktbeschreibung

Michael Bakunin: Ein Brevier
Von Hugo Ball. Herausgegeben von Hans Burkhard Schlichting

Göttingen: Wallstein Verlag, 2010 (= Hugo Ball. Werke und Briefe; Bd. 4.). Hardcover mit Schutzumschlag, 579 Seiten. ISBN: 978-3892447788.

Beschreibung:

Angesichts des Weltkrieges war es für Hugo Ball eine Sache des publizistischen Gewissens, seine Zeitgenossen mit Denkansätzen zu konfrontieren, die frei von Chauvinismus waren.

Da er die militante Staatsvergottung als Ursache der europäischen Katastrophe begriff, suchte er nach unabhängigen Gegenkräften. Neben Nietzsche wurde für ihn dabei der russische Revolutionär Bakunin (1814-1876) zur Schlüsselfigur. Bakunins abenteuerliches Leben war damals bestenfalls Legende; kenntnislose Vorurteile und Vorverurteilungen standen einer unvoreingenommenen Aufnahme seiner Schriften entgegen. Als Ball sich 1915 daranmachte, den Klassiker des libertären Denkens für breitere Leserkreise zu erschließen, waren Bakunins Werke im deutschen Sprachraum erst in geringem Umfang zugänglich. Entgegen den Tendenzen der biographischen Mode seiner Zeit insistiert Ball auf der Wirkung des Authentischen: Er schildert nicht, sondern montiert ausgewiesene Dokumente. Vieles war aus entlegenen Quellen zu sammeln und erstmals zu übersetzen.

Die Bakunin-Studien begleiteten Balls dadaistisches Engagement, wurden zum Fundus seiner »Kritik der deutschen Intelligenz« und rückten diese in ein neues Licht, als Ball auf den Bakunin-Kritiker Carl Schmitt traf. Das Bakunin-Brevier blieb Fragment, da sich nach anfänglichem Publikationsinteresse von René Schickele und Erich Reiss kein Verleger fand. Unter Balls unveröffentlichten Werken ist das Brevier das umfangreichste. Neunzig Jahre nach seiner Projektierung kann es nun erstmals erscheinen.

Inhalt

Michael Bakunin. Ein Brevier

I.1815-1849
Moskau, Berlin, Zürich, Paris, Prag, Dresden [11]

II 1849-1866
Irkutsk, London, Stockholm, Florenz, Neapel [89]

ANHANG:

III. 1866-1876
Vorarbeiten [183]
Editorischer Bericht [187]
Abkürzungen und Siglen [201]
Kommentar [213]
Nachwort [437]
Dank [567]

Personenregister [569]

Rezensionen

Pressestimmen

"Was Ball, nicht ahnend, daß er für die Schublade arbeiten und einmal zum Katholizismus konvertieren würde, da zusammenstellte, wurde weniger eine Biographie im herkömmlichen Sinne, sondern eine Montage von Stimmen von und über Bakunin."
Robert Mießner / Junge Welt

"Unzweifelhaft ist der exzellente Standard der vorliegenden Edition, deren kritischer Apparat auf rund 400 Druckseiten eine Fülle von Kommentaren und Exkursen bereithält, die als solche weit über Balls Vorhaben hinausweisen und die sich, im Zusammenhang gelesen, zu einer materialreichen Entwicklungsgeschichte der russischen und der deutschen Linken im 19. Jahrhundert verbinden."
Felix Philipp Ingold / Neue Zürcher Zeitung

"Die Ball-Forschung hat lange gerätselt, wie sich die politisch-anarchistischen Impulse des Dichters zu seiner ästhetischen Revolte und zu seiner Dada-Zeit im »Cabaret Voltaire« verhalten. Der neue Band der Hugo-Ball-Werkausgabe, der erstmals das Bakunin-Brevier in seiner überlieferten Textgestalt publiziert, hat darauf eine aufschlussreiche Antwort gegeben."
Michael Braun / Die Rheinpfalz

"Eine zweifellos verdienstvolle, notwendige Publikation. Eine Publikation zudem, die nicht allein die Freunde Hugo Balls interessieren dürfte. Denn das eigentliche Brevier nimmt nur einen kleinen Teil des voluminösen Buches ein, etwa 160 Seiten. Der weitaus größte Teil besteht aus dem historisch-kritischen Kommentar der beiden Herausgeber sowie aus ihrem umfangreichen Nachwort. Insbesondere in dem 250-seitigen, kleingedruckten Kommentar geht es häufig nicht um Ball und den Dadaismus, sondern um Bakunin, um den Anarchismus, um die revolutionären Bewegungen im Russland des 19. Jahrhunderts, um die Rivalitäten zwischen Anarchisten und anderen sozialistischen Strömungen. Wer sich für solche Themen interessiert, für den sind die akribisch gearbeiteten und ungemein informativen Erläuterungen eine wahre Fundgrube. Die Freunde Hugo Balls kommen vor allem im Nachwort auf ihre Kosten: Es bietet eine minutiöse Rekonstruktion der Entstehungsgeschichte des Breviers, und es verfolgt die weiteren Spuren von Balls Beschäftigung mit Bakunin."
Ulrich Teusch / SRW 2 - Musik und Literatur