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Anarchismus in der Postmoderne

Anarchismus in der Postmoderne
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Art.Nr.: 9783936049374
ISBN/EAN: 9783936049374
Verlag: Verlag Edition AV
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Produktbeschreibung

Anarchismus in der Postmoderne
Beiträge zur anarchistischen Theorie und Praxis

Herausgegeben von Jürgen Mümken

Lich: Verlag: Edition AV, 2005. Broschiert: 160 Seiten. ISBN 978-3936049374.

Beschreibung:

Der vorliegende Sammelband setzt sich mit Teilaspekten der anarchistischen Auseinandersetzung mit und in der Postmoderne auseinander.

Der Staat, das Kapital usw haben ihr Gesicht verändert. Begriffe wie Freiheit und Autonomie stehen im Zentrum neoliberalen Herrschaft. Das Vokabular der Moderne reicht zur Analyse und Kritik gegenwärtiger Gesellschaften nicht mehr aus, denn veränderte Verhältnisse verlangen eine neue Sichtweise. Die Aufgabe der anarchistischen Kritik ist es, einen Diskurs über die Krise zu entwickeln, der nicht symmetrisch zum herrschenden Diskurs verläuft.

Der Band enthält Beiträge von Thorsten Bewernitz, Ralf Burnicki, Olaf Kaltmeier, Jens Kastner, Jürgen Mümken und Bernd-Udo Rinas.

Inhalt

Einleitende Worte [7]

  • Jürgen Mümken: Anarchismus in der Postmoderne. Eine Einfuhrung [11]
  • Jens Kastner: Autorität, Verhältnis, Effekt gegen Repräsentation und Gewaltmonopol. Anarchistisches Staatsverständnis unter neoliberalen Bedingungen [25]
  • Jürgen Mümken: Anarchismus, Neoliberalismus und Die Befreiung der Gesellschaft vom Staat [41]
  • Ralf Burnicki: Anarchismus und Konsens. Konsens als Entscheidungsbeispiel für eine herrschaftslose 'postmodernitäre' Gesellschaft [53]
  • Torsten Bewernitz: Klasse|n| von Gewicht Probleme des Klassenkampfes in der Postmoderne [63]
  • Olaf Kaltmeier: Auf der Suche nach Anarchie. Poststrukturalistische Perspektiven auf herrschaftsfreie Gesellschaften und widerständige Gemeinschaften [97]
  • Torsten Bewernitz: Karl Marx und andere Gespenster oder: Eine Neue Internationale der Hoffnung. Dekonstruktivismus als die dem Zapatismus angemessene Theorie [123]
  • Bernd-Udo Rinas: Postmoderne - Veganismus - Anarchismus. Andeutungen zu einem nicht-anthropozentrischen, postmodernen und dekonstruktiven Anarchismus [135]

Autoren-Kurzbiographien [157]

Rezensionen

Stefan Paulus: Anarchismus in der Postmoderne

Der Sammelband „Anarchismus in der Postmoderne“ setzt sich mit Teilaspekten anarchistischer und poststrukturalistischer Theorien auseinander. Ziel dieses Bandes ist es, die, durch die Veränderung der kapitalistischen Strukturen hervorgegangen, gesellschaftlichen Zusammenhänge neu zu beurteilen und veraltete anarchistische Analysekonzepte in Frage zu stellen. Denn nicht nur die Nationalstaaten und die Kapitalverwertungsbedingungen haben ihre Form verändert, sondern auch die Ideen von Freiheit und Autonomie sind Teil eines neoliberalen Diskurses geworden, um Menschen dazu zu bringen ihre Träume und Wünsche nach Selbstbestimmung als ein herrschaftsstabilisierendes Element einzubauen. Weil die kapitalistische Globalisierung mit ihrem neoliberalen Gesicht die gesellschaftlichen Realitäten und deren Wahrnehmung verändert, ist die zentrale These dieses Bandes, dass das Vokabular des klassischen Anarchismus nicht mehr zur Analyse und Kritik gegenwärtiger Gesellschaften ausreicht. (....)

Insgesamt ist dieser Sammelband ein gelungener Beitrag zur Diskussion über die Aktualisierung anarchistischer Theorie und Praxis. Gerade die herrschaftskritischen Ansätze poststrukturalistischer Arbeiten und ihrer immanenten Kritik der scheinbaren Natürlichkeit gesellschaftlicher Ordnungen und Denkformen ermöglichen die theoretischen Lücken des klassischen Anarchismus zu schließen. Auch der Verlag Edition AV hat Mut bewiesen, diese längst überfälligen Erneuerungsversuche einer breiten Öffentlichkeit zu kommen zu lassen. Kritisch lässt sich anmerken, dass in diesem Sammelband keine explizite Auseinandersetzung mit feministischen Inhalten stattgefunden hat, denn gerade poststrukturalistische Diskurse basieren auf Überlegungen zur Dekonstruktion von binären Geschlechtsidentitäten, sowie auf der Kritik der Geschlechterverhältnisse als Herrschaftsverhältnisse. Dieses Fehlen verdeutlicht wichtige offene Stellen um die Theorie des Postanarchismus voranzutreiben.

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