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Die Pygmäen

Die Pygmäen
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Art.Nr.: 9783471793121
ISBN/EAN: 9783471793121
17,50 EUR
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Produktbeschreibung

Die Pygmäen
Menschenforschung im afrikanischen Regenwald

Geschichte, Evolution, Soziologie, Okologie, Ethologie, Akkulturation, Zukunft
Von Armin Heymer

München-Leipzig: List Verlag, 1995. Gebundene Ausgabe, 538 Seiten, zahlr. Illustrationen. ISBN: 978-3471793121. Gebraucht: Gut erhaltenes Exemplar.

Beschreibung:

Die Ägypter des Alten Reiches wussten bereits vor mehr als 4000 Jahren von der Existenz eines rätselhaften Volkes kleinwüchsiger Menschen Innerafrikas. Am Pharaonenhof waren diese dng (sprich deneg) genannten Leute als Gottestänzer, denen man kultische Fähigkeiten zuschrieb, außerordentlich geschätzt.

Die Naturverbundenheit dieses "Waldvolkes" legte nahe, ihm besondere Vertrautheit mit den Gottheiten zuzuschreiben. In der griechischen Antike und im Mittelalter beruhte das Wissen über Pygmäen nur mehr auf Hörensagen. Neuerliche Kunde von Begegnungen mit ihnen stammt aus dem 17. Jahrhundert, aber erst 200 Jahre später berichteten Forschungsreisende eingehender über Leben und Gebräuche der kleinwüchsigen Regenwaldbewohner.

Dass die Pygmäen tatsächlich zu den ältesten noch lebenden Neuzeitmenschen gehören, wissen wir heute dank anatomischer, morphologischer und genetischer Untersuchungen. Ihre angestammte "paläolithische" Lebensweise, die ihnen das Fortbestehen bis weit ins 20. Jahrhundert hinein ermöglichte, ist jedoch inzwischen durch die anhaltende Zerstörung des äquatorialen Regenwaldes und das Vordringen von Brandrodung und Wanderfeldbau betreibenden Hackbauerkulturen stark bedroht. Sesshaftigkeit, Akkulturationsprozesse, Zivilisationskrankheiten und Alkohol haben bewirkt, dass zahlreiche Pygmäen-Populationen heute nur mehr ein Zerrbild ihrer einstigen Identität bieten.

Im Rahmen vergleichender, interkultureller Untersuchungen zur Ethologie des Menschen und unter Verwendung einmaligen Film- und Bildmaterials dokumentiert Armin Heymer die an ein natürliches Okosystem angepasste Lebensweise und die Mechanismen des Sozialverhaltens einer in ihrer Existenz bedrohten einzigartigen Sammler- und Jägergesellschaft.

Inhalt

1. Erste Begegnung [9]
2. Gottestänzer und Fabelwesen [41]
3. Wiederentdeckung [71]
4. Die Wohngemeinschaft [97]
5. Phänotypus und Gedanken zur Evolution [151]
6. Nahrungserwerb [189]
7. Soziale Körperpflege [246]
8. Mutter-Kind-Verhalten [277]
9. Soziale Normen [324]
10. Fremdenkontakt bei Kleinkindern [366]
11. Der Fluch der Zivilisation [409]
12. Die Agonie des alten Sipo [430]
13. Ungewisse Zukunft - Auf der Suche nach Identität [458]
Epilegomena [479]
Danksagung [483]
Bibliographie [485]
Glossar [511]

... und mehr

Die egalitäre Gesellschaft der Pygmäen

Traditionellerweise leben die Pygmäen als Jäger und Sammler in kleinen Gruppen in den Urwäldern. In der stark auf das Individuum ausgerichteten egalitären Gesellschaft der Pygmäen besteht keine dauerhaft fixierte, traditionelle Rangordnung oder soziale Schichtung, in der jeder eifersüchtig über seinen persönlichen Einflußbereich wacht oder gar nach mehr Macht strebt. Ganz im Gegenteil:

" ... die Pygmäen praktizierten viel eher eine egalitäre Gesellschaft, in der das alltägliche Leben friedlich verlief, ohne daß der eine versuchte, dem anderen irgendwelche Vorschriften zu machen oder gar jemanden herumzukommandieren.

Jeder verrichtete alltäglich das, was er glaubte, zu tun zu haben. Einige Männer schnitzten Pfeile oder präparierten das Gift dazu. Andere rieben Rotholz zur Herstellung von Farbe für die Tanzröckchen, flickten die Jagdnetze oder stellten eine neue Axt her, während Frauen die Deckblätter einer undicht gewordenen Hütte auswechselten, einen neuen Tragekorb flochten oder das herbeigetragene Gemüse schnitten. Einige bereiteten an der Feuerstelle Mahlzeiten zu, stellten frisches Palmöl her oder beschäftigten sich sonst irgendwie. Wieder andere werkelten vor ihrer Hütte, lausten einander oder scherten sich gegenseitig die Haare.

Kooperationen entstanden durch Verständigungen ad hoc, wie sie sich gerade ergaben, wie sie jeweils gebraucht wurden. Abgesehen von den schon im vorhinein abgesprochenen, von mindestens zwei Wohngemeinschaften gemeinsam durchgeführten Netzjagden, gab es keinen Plan, wer wann und mit wem zum Sammeln von Früchten, Wurzelknollen, Feuerholz oder zur gemeinsamen Jagd mit der Armbrust auszog.

Die durch ihr savoir-faire aus der Gruppe herausragenden Personen intervenierten nur dann, wenn man sie auch tatsächlich brauchte."

Quelle: Heymer: Die Pygmäen, 1995, S.117.