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Käpt'n Bilbo - Rebell aus Leidenschaft
Ein Leben für das Abenteuer
Von Jack Bilbo. Vorwort von Henry Miller.
München: Goldmann Verlag, 1965. Ungekürzte Ausgabe. Paperback, 318 Seiten. Gebraucht: Gut erhaltenes Exemplar.
Beschreibung:
Als der 14jährige Hugo Baruch, Sohn eines millionenschweren Berliner Geschäftsmannes, dem Luxusleben den Rücken kehrte und als Schiffsjunge zur See ging, nannte er sich Jack Bilbo. Er kam als Matrose um die halbe Welt, erlebte Amerika als Tellerwäscher und Kostümbildner, als Tramp und als Leibwächter des Gangsterkönigs Al Capone.
1930 war Jack Bilbo einer der Mitbegründer des Kampfbundes gegen den Faschismus und wurde von den Nazis als Antifaschist und Jude verfolgt. Nach Haft und Folterung gelang ihm 1933 die Flucht über Frankreich ins spanische Exil, zunächst nach Mallorca und später nach Barcelona, wo er die „SOS-Bar“ eröffnete. Dort beteiligte er sich 1936 auf Seiten der Anarchisten am Spanischen Bürgerkrieg. Nach der Niederlage der Republik gelang ihm die Flucht nach London, wo er seine Karriere als Maler Autor und und Verleger startete.
Von den Nazis wurde Hugo Baruch alias Jack Bilbo am 28. Mai 1938 aus Deutschland ausgebürgert. Dennoch wurde er von der britischen Regierung bei Kriegsausbruch für einige Monate interniert. Nach seiner Entlassung eröffnete er im Oktober 1941 zusammen mit seiner Frau in London die Modern Art Gallery, die schon bald zu einem bekannten Treffpunkt für Ausstellungen, Diskussionen und Lesungen wurde. Zum engerem Kreis des Freundeskreises der Galerie gehörten u.a. Kurt Schwitters, Hein Heckroth und Jankel Adler.
Nach Kriegsende bereiste Jack Bilbo ab 1949 Frankreich und eröffnete an der Riviera ein Feinschmeckerlokal. In den 1950er Jahren kehrte er schließlich zusammen mit seiner Frau in seine Geburtsstadt Berlin zurück, wo er bis zu seinem Tod im Jahr 1967 die Kneipe "Käpt'n Bilbos Hafenspelunke" und einen Kuriositätenladen betrieb.
... und mehr
"Gott hat jeden einzelnen von uns als Individuum geschaffen, so hat man uns gesagt. Aber es gibt nur einen so wie Jack Bilbo, und das ist er selbst. Auch wer nur seine Fotografie gesehen hat, wird ihn nie vergessen. Er ist eine Art Heiliger für die Seeleute, nur Güte und Milde, aber Gott helfe dem, der seinen Zorn erregt!
Dass er Landstreicher, Globetrotter, Gangster, Anarchist, Seemann, Barbesitzer und wer weiß was alles noch gewesen ist, verwundert nicht. Er war und ist immer noch viel mehr als das. Er ist Mensch von Kopf bis Fuß, ein Mann, der die Gerechtigkeit liebt, der an Vergebung glaubt, der Mörder haßt - vor allen Dingen den Typ des »Nazi«, den geschworenen Feind der Menschheit."
Henry Miller in seinem Vorwort zu Käpt'n Bilbo - Rebell aus Leidenschaft.